Schützen aus Emhof vor großem Jubiläumsfest –  18.05. – 20.05.2007 

 

von Josef Popp 

 

Die Vilstalschützen fiebern sicher schon dem Wochenende entgegen. An diesen drei Tagen feiert man in Emhof ein großes Fest. Der Schützenverein Emhof kann auf eine fünfzigjährige Vereinsgeschichte zurückblicken. Als neuen Patenverein konnte man im März die Schützengesellschaft Weiß – Blau Winbuch beim Patenbitten gewinnen. Die Vereinsfahne wurde extra für dieses große Fest restauriert und erstrahlt bereits im neuen Glanz.

 

Genau genommen konnte der Verein schon im Dezember letzten Jahres Geburtstag feiern. Denn am 15. 12. 2006 war auf den Tag genau der 50. Gründungstag. Ein kurzer Blick in das Archiv des Vereins zeigt eine lebendige Vereinsgeschichte. Der Verein wurde am 15. Dezember 1956 im alten Gasthaus Kellermeier unter dem Namen "Die Vilstaler" ins Leben gerufen. Das Gründungsprotokoll wurde damals von 19 Mitgliedern unterzeichnet. Ein Blick in das Archiv des Vereins – genauer gesagt in das Gründungsprotokoll – zeigt die Intention zur Vereinsgründung:

 

„Wenn man an das Heranwachsen der Jugend denkt, welche aus Emhof oder der näheren Umgebung sind, so soll jeder, weiß Gott wo er auch später sein wird, an seine Heimat mit Liebe denken. Es ist daher an der Zeit, dass hier im Vilstal ein Verein gegründet wird, der die Verbundenheit jedes Einzelnen mit der Heimaterde verbindet. Die vornehmste Aufgabe des Vereins ist es, die Kameradschaft zu fördern und zu pflegen.“

 

Am 1. Januar 1957 wurden bereits 49 Mitglieder an den Landesverband OSB gemeldet. Von Anfang an gehörte die SG Emhof dem Schützengau Burglengenfeld an – das ist auch heute noch so. In den Anfangsjahren von 1957 - 1964 prägte der 1. Schützenmeister Johann Mühlhofer das Bild des Vereins. 1965 wurde er zum Ehrenschützenmeister ernannt. 1966 wurde die neue Vereinsfahne geweiht. Als Patenverein fungierte der damalige Schützenverein SG Diana Schmidmühlen. Die Nachfolge von Johann Mühlhofer trat Josef Werner an, der die Geschicke des Vereins in der Zeit von 1965 - 1966 und 1969 - 1976 leitete. Auch er wurde 1977 zum Ehrenschützenmeister ernannt. In den Anfangsjahren wurden die Schießabende im alten Gasthaus Kellermeier abgehalten. Anfangs konnte nur auf zwei Ständen geschossen werden, die von der Küche aus in den Flur führten. In den ersten Jahrzehnten waren weniger die sportlichen Vergleichskämpfe und offiziellen Meisterschaften bei den Emhofer Schützen angesagt, vielmehr waren es die Preis- und Gesellschaftsschießen. Sicher kam bei diesen Schießen auch der Wettkampfcharakter zum Tragen, aber im Vordergrund stand die Pflege der Kameradschaft und der  Geselligkeit. Es war eben noch die Zeit, in der man selbst die Unterhaltung in die Hand nahm, Fernsehgeräte waren damals noch eine Seltenheit. Zu den Höhepunkten gehörten damals die Königsschießen; die Proklamation des Schützenkönigs, der Schützenliesl und der Ritter erfolgte bei großen Festabenden. Die Anforderungen an eine Schießanlage waren damals gering. Die Schützen mussten beim Schießen dem Duft eines Schnitzels widerstehen und das Prosit vom Stammtisch einfach überhören. Die Zuschauer waren beim Schützen und beim Schießen hautnah dabei, quasi vom Stammtisch oder Küchentisch aus, dabei. Eine echte Verbesserung trat erst ein, als der Vereinswirt Ludwig Kellermeier 1979 ein neues Gasthaus baute. Mittlerweile gehören bei den Vilstalschützen die Teilnahme an den Rundenwettkämpfen oder den Gaumeisterschaften zur Selbstverständlichkeit. Die Vilstalschützen holen insbesondere in der Disziplin Luftpistole immer wieder Titel und Meisterschaften nach Emhof. Eine sportlich interessante Veranstaltung war und ist immer noch die Marktmeisterschaft der Schützenvereine aus Emhof, Schmidmühlen und Winbuch, die ebenfalls in den 70iger Jahren ins Leben gerufen wurde. Hier schenkt man sich im fairen sportlichen Wettkampf nichts und so mancher Marktmeistertitel ging und geht immer noch an die Vilstalschützen.

 

Ein großes Ereignis in der Geschichte des Vereins war 1992, als man ein Vereinsheim in der ehemaligen Scheune des Gasthauses Bauer errichten konnte. Anstoß dazu war der Umstand, dass man fünf Jahre das Training und die Rundenwettkämpfe im Gasthaus Steinbauer in Schmidmühlen abhalten musste. In knapp 2000 freiwilligen Arbeitsstunden bauten die Vereinsmitglieder das Schützenheim, wobei der neue Vereinswirt die Materialkosten übernahm. Innerhalb von nur sechs Monaten entstand ein modernes Domizil mit sechs Wettkampfständen und einem großzügigen Aufenthaltsraum. Dies war der Beginn eines Aufschwungs für die Emhofer Schützen. Nicht zuletzt durch die unermüdliche Jugendarbeit zählt der Verein heute rund 150 Mitglieder.

 

An drei Tagen feiert der Schützenverein Emhof sein Vereinsjubiläum.

Am Freitag, 18. Mai findet ein großer Preisschafkopf im Festzelt statt. 1. Durchgang um 18 Uhr, 2. Durchgang um 20 Uhr.

Am 19. Mai findet ebenfalls im Festzelt ein großer Jubiläumssitzweil (Eintritt frei) mit verschiedenen Musik- und Gesangsgruppen aus der Region statt. Beginn ist um 19 Uhr, durch das Programm führt Doris Kraus.

 

Der große Festtag wird dann am 20 . Mai sein.

Um 8.45 Uhr ist Aufstellung zum Kirchenzug, 9.00 Uhr Festgottesdienst im Festzelt mit anschließenden Frühschoppen mit der Blaskapelle Dietldorf.

Am Nachmittag beginnen die Vorbereitungen zum großen Festzug um 13.30 Uhr mit der Aufstellung, um 14 Uhr beginnt der Schützenumzug. Den Festbetrieb gestaltet die Blaskapelle St. Ägidius.

Um 19 Uhr beginnt die Preisverteilung zum Jubiläumsschießen, den musikalischen Festausklang übernehmen die Early Birds.